Mein Songwriting

#03 – Mein Song „In den Kisten“

Für die letzte Woche habe ich mir mit ein paar Mitstreitern zusammen vorgenommen, jeden Tag mindestens 15 Minuten ins Songwriting zu investieren. Für mich war es das erste Mal, dass ich mir feste Zeiten für meine kreative Arbeit eingeplant habe. Meine Erfahrungen mit diesem Format (und vielleicht auch die meiner Mitstreiter) werde ich im nächsten Blogbeitrag noch mit euch teilen. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Könnt ihr eure Kreativität planen? Lasst es mich gerne über die Kommentare hier im Blog, oder bei Facebook wissen.

Heute soll es erstmal um den Song gehen, der in dieser Woche bei mir entstanden ist. Inspiriert wurde ich dabei von Vorkommnissen in meinem Freundeskreis. Es handelt sich also um einen nicht-autobiographischen Text, was für mich auch eine besondere Herausforderung war.

Der Song „In den Kisten“ war für mich ein spannendes Projekt und heute würde ich ihn euch gerne vorstellen. Ich bin gespannt auf eure Meinungen! Es handelt sich nämlich noch nicht um eine Endfassung und ich freue mich über jede konstruktive Kritik und Inspiration! Viel Spaß beim Lesen und beim Reinhören in meine Demo-Version des Songs.



In dem Song geht es um einen Mann, der sich von seiner Partnerin trennt. Diese Trennung beruht aber nicht auf Gegenseitigkeit und ist auch nicht durch einen Vertrauensbruch oder ein Fehlverhalten der Partnerin zu erklären. Der Mann hat einfach nur den Eindruck, dass die Liebe nicht mehr so vorhanden ist, wie am Anfang der Beziehung. Ein typischer Fall von „auseinanderleben“.


Die erste Strophe


Ich komm nach Hause, dir ist klar wir müssen reden.
Du weißt nicht wirklich warum, aber irgendwas steht zwischen uns.
Auch ich habs lange ignoriert, gerad läuft doch wirklich alles gut.
Doch wenn ich an die Zukunft denk, seh ich uns nicht am selben Ort.


Hier geht es um den Moment vor dem Trennungsgespräch und die Gedanken des Protagonisten. Es gibt nicht den einen, klaren Grund zur Trennung. Aber die Liebe fehlt einfach und der Protagonist kann sich keine gemeinsame Zukunft mehr vorstellen. Die Partnerin spürt, das etwas nicht stimmt, ist sich aber keiner Schuld bewusst und kann die Situation noch nicht einordnen.


Die zweite Strophe


Ich werde das Gefühl nicht los, dass mich keiner hier versteht.
Meine Freunde sagen: Halt sie fest. Meine Eltern finden’s nicht gerecht.
Sie hat so gut zu dir gepasst. Das mit euch hat echt Sinn gemacht!
Hab’s mir besser überlegt als es jetzt scheint.
Ich hoffe, dass du mir verzeihst.


Diese Strophe verdeutlicht, dass es eigentlich kein böses Blut in dieser Beziehung gab. Für Außenstehende ist der Trennungswunsch deshalb sehr schwer zu verstehen. Hier schwingt indirekt auch das schlechte Gewissen des Protagonisten mit. Er will seiner Partnerin nicht weh tun („Ich hoffe, dass du mir verzeihst.“) und kämpft deshalb auch mit sich selbst. Er weiß, dass er sich trennen will, aber ihm fehlt der legitime Grund dafür.


Der Refrain


Die Zeit mit dir war so viel mehr, als das was in den Kisten bleibt.
Ein verschwindend kleiner Teil von dem, was in Erinnerung bleibt.
Du bekommst die Wohnung, ich den Hund
und du suchst immer noch den Grund


Im ersten Teil des Refrains geht es um den Abschied von der Partnerin. Der Auszug aus der gemeinsamen Wohnung, das Aufteilen des gemeinsamen Besitzes. Und doch scheinen die paar vollgepackten Umzugskartons nicht die große Bedeutung dieser endenden Beziehung zu verkörpern. Materiell gesehen bleibt von dieser nicht viel übrig, außer vielleicht ein paar Fotos. Aber in den Gedanken, Erinnerungen und im Leben der beiden Menschen wird die andere Person immer eine große Rolle spielen. Es bleiben unzählige gemeinsame Momente und Erinnerungen.

Und in all diesem „Trennungschaos“ fragt die Partnerin immer noch: „Warum?“ Sie wird von der Entscheidung des Protagonisten einfach überrumpelt.

Wenn wir uns wiedersehn, nehme ich dich in den Arm.
Und ich hoffe, dass es dir dann gut geht und ich das hier nicht bereu.

Mit diesen zwei Zeilen schließt der Refrain und auch das Lied. Es ist der Versuch eines versöhnlichen Abschieds. Die Liebe ist zwar weg, doch trotzdem ist die (Ex-)Partnerin dem Protagonisten nicht egal. Er hofft, dass es ihr in Zukunft gut geht. Und er zweifelt natürlich auch immer noch an seiner Entscheidung („Ich hoffe, dass ich das hier nicht bereu.“). Ob sie richtig war, weiß man halt immer erst hinterher.

Soweit meine Gedanken und Zeilen zu „In den Kisten“. Viel Spaß beim Reinhören, ich freu mich auf euer Feedback!



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